Wenn du planst, den portugiesischen Küstenweg zu laufen, dann meinst du sehr wahrscheinlich den Senda Litoral und nicht den „Caminho da Costa“. Nur wenigen Pilgern ist bekannt, dass der Weg, den sie an der Küste entlang laufen nur teilweise der offizielle Küstenweg ist – und sie häufig auf einem Jakobsweg pilgern, der sich Senda Litoral nennt. Die beiden Wege sind zwischen dem Küstenort Povoa de Varzim (etwa 40km nach Porto) bis zur spanischen Grenze in Caminha identisch, nicht aber davor und danach.
Die meisten Menschen benutzen „portugiesischer Küstenweg“ aber als Bezeichnung für den Senda Litoral und das führt zu vielen Verwirrungen. Denn korrekterweise müsste man sagen: Es gibt den portugiesischen Küstenweg (den Caminho da Costa) und es gibt die portugiesische Küstenvariante (Senda Litoral). Denn: Der Küstenweg Caminho da Costa ist ein zertifizierter Jakobsweg, der Senda Litoral nur eine anerkannte Variante. Aber nicht nur im Deutschen werden die beiden Wege durcheinander geworfen. Auch im englischen sprechen viele vom „coastal camino“ und nicht von der „coastal variant“.
Screenshot der App Camino Ninja Der portugiesische Küstenweg, offiziell „Caminho da Costa“ ist ein zertifizierter Jakobsweg, der von Porto in Richtung Norden zunächst mit dem Zentralweg zusammen verläuft und diesen dann in Richtung Povoa de Varzim verlässt. Von dort verläuft er an der Küste über Viana do Castelo bis nach Caminha an der spanischen Grenze. Von dort geht es auf portugiesischer Seite der Grenze weiter nach Valença, wo er wieder auf den Zentralweg trifft und mit diesem zusammen nach Santiago läuft. Der offizielle Küstenweg zwischen Porto und Povoa de Varzim wird nahezu von niemandem benutzt, da er größtenteils durch wenig ansehnliche Gegend führt. Und auch der Abschnitt zwischen dem Grenzort Caminha und dem Grenzort Valença wird oft eher als Verbindungsstrecke zwischen den zwei Jakobswegvarianten angesehen und mit dem Zug zurück gelegt.
Der offizielle Küstenweg zwischen Porto und Povoa de Varzim wird nahezu von niemandem benutzt, da er größtenteils durch wenig ansehnliche Gegend führt. Und auch der Abschnitt zwischen dem Grenzort Caminha und dem Grenzort Valença wird oft eher als Verbindungsstrecke zwischen den zwei Jakobswegvarianten angesehen und mit dem Zug zurück gelegt.
Screenshot der App Camino Ninja Der Senda Litoral führt am Fluß Douro aus Porto heraus und dann weiter am Meer über Matosinhos und Vila do Conde. Kurz danach trifft er den offiziellen Küstenweg und verläuft mit ihm zusammen bis zur spanischen Grenze in Caminha. Dort setzt du mit einem Boot nach Spanien über und läufst dann auf dem Senda Litoral entlang der Küste über Oia, Baiona und Vigo, bis der Weg in Redondela (etwa 80km vor Santiago) auf dem Zentralweg trifft.
Der Senda Litoral ist kein zertifizierter Jakobsweg, wird aber vom Pilgerbüro in Santiago anerkannt. Er ist sehr gut beschildert und wird auch von vielen Pilgern benutzt. Wenn du in Santiago deine Compostela bekommst, wirst du gefragt welchen Weg du gelaufen bist – da der Senda Litoral nicht einzeln aufgeführt wird, musst du „Küstenweg“ auswählen – deswegen gibt es leider keine getrennten Statistiken dazu, wie viele Pilger auch auf spanischer Seite weiter am Meer entlang laufen.
Wie du auf den Screenshots siehst (danke, Camino Ninja) unterscheiden sich die Wege vor allem in ihrem Beginn und auf spanischer Seite. Links siehst du den offiziellen Küstenweg, rechts den Senda Litoral.
Der Küstenweg Der Senda Litoral Ich fasse nochmal zusammen: Der portugiesische Küstenweg ist der Caminho da Costa, ein zertifizierter Jakobsweg. Der Weg an der Küste entlang ist der Senda Litoral, der auch als Küstenvariante bezeichnet wird. Der Küstenweg Caminho da Costa und die Küstenvariante Senda Litoral verlaufen zwischen Povoa und Varzim und der Grenze zu Spanien zusammen. Wenn vom portugiesischen Küstenweg gesprochen wird, meinen die meisten Menschen eigenltlich den Senda Litoral, da der offizille Küstenweg kaum benutzt wird. Sowohl bei meiner Arbeit im Pilgerbüro in Porto als auch als Einwohnerin Portos, erlebe ich wie diese verwirrenden Bezeichnungen zu vielen Missverständnissen führt. Ich stoppe regelmäßig Pilger auf der Rua do Cedofeita und frage sie welchen Weg sie laufen möchten – oft genug wollen sie ans Meer, sind aber den Pfeilen des Caminho da Costa gefolgt. Welche Pfeile für welchen Weg gelten, kannst du übrigens in diesem Artikel nachlesen.
Die verwirrende Namensgebung: Was ist der portugiesische Küstenweg?

Der offizielle Küstenweg: Caminho da Costa

Der Senda Litoral

Die zwei Wege im direkten Vergleich


Fazit: Der Senda Litoral ist der Küstenweg, heisst aber nicht so
