Grundsätzlich kann man den portugiesischen Jakobsweg das ganze Jahr laufen. Dennoch sind manche Monate natürlich etwas besser geeignet als andere. Ich halte April, Mai, Juni und September für die besten Monate zum pilgern.

Klar, auch dann wird es mal regnen und auch dann kann es mal zu heiss sein, aber grundsätzlich haben diese Monate das beste Klima und es ist auch nicht so überfüllt. Denn obwohl Juli und August klimatisch eigentlich ungeeignet sind weil sie meistens viel zu heiss sind, ist der August offiziell der beliebteste Monat, was wiederum dazu führt dass die Unterkünfte voller und/oder teurer sind.

Und wann ist die perfekte Reisezeit für den portugiesischen Jakobsweg?

Bei völlig freier Auswahl würde ich tatsächlich Ende Mai / Anfang Juni als perfekten Zeitraum ansehen.

Es ist abends lange hell und wenn man sich für die Küstenvariante entschieden hat, kann man ganz wunderbar seine müden Füße in den Sand stecken und sich einen Porto Tonico mixen lassen während man den Wellen lauscht – oder bei entsprechenden Temperaturen einfach eine Runde im Meer schwimmen gehen.

Hier in Porto war es dieses Jahr tatsächlich so, dass pünktlich zum 1. Mai die Stadt mit Pilgern geflutet wurde und ich jeden Tag auf zig Menschen mit Pilgerrucksäcken getroffen bin, die sich zu ihrem Jakobsweg aufgemacht haben. Und pünktlich zum ersten Juni war der Spuk vorbei und wieder eine übliche Anzahl Pilger anzutreffen.

Der Mai wird an vielen Stellen als der beste Monat für den portugiesischen Jakobsweg angepriesen und das mag vom Wetter her stimmen – allerdings ist er zumindest meinem Eindruck nach auch der vollste Monat. 

Von daher kann der April, für diejenigen die auch mal mit Regen leben können, oder der Juni, für die, die auch mal mit Hitze leben können, tatsächlich besser geeignet.

Porto Tonico am Meer

Der portugiesische Jakobsweg im Winter

Letztendlich ist es mit dem Wetter in Portugal und Spanien genauso wie in Deutschland: es ist immer ein bisschen – oder ein bisschen mehr – Zufall im Spiel.

2019 war ich zwei Wochen lang im Oktober unterwegs und hatte 13 von den 14 Tagen perfekten Sonnenschein bei knapp über 20 Grad. Zwei Wochen später habe ich ein Ehepaar für eine Woche an der Küste lang geschickt und es hat alle sieben Tage durchgeregnet. Genauso bin ich schon im April in der Sonne völlig geschmolzen weil weit über 30 Grad waren, habe aber auch Anfang Juni mal gefroren und hatte im Februar wunderbare Wetterbedingungen.

Zwischen November und Februar sind die Wege zwar schön leer, aber man muss im Kopf behalten dass es sich hier schon nur um Südeuropa handelt und nicht um eine völlig neue Klimazone. Es regnet in diesen Monaten vermehrt und kann nachts auch ganz schön kalt werden.

Dafür sind sowohl die Flüge als auch die Hotels deutlich günstiger – wobei der Faktor „Hotel“ schon wieder etwas revidiert werden muss: die günstigen Hotels sind nicht unbedingt mit Heizung oder Klimaanlage ausgestattet, weswegen man sich im Winter eher mal eine Hotelkategorie höher gönnen sollte.

Der Portugiesische Jakobsweg im Hochsommer

Wie oben schon angedeutet, würde ich von Juli und August abraten, wenn du Hitze nicht gut verträgst.

Ich war sowohl im Juli als auch im August schon unterwegs und die Hitze setzt schon zu, ich muss kürzere Etappen laufen.

 Viele Pilger starten dann schon um fünf Uhr morgens um bei der Mittagshitze bereits am Ziel zu sein. Kann man machen, meins wäre es nicht, ich mach dann lieber weniger pro Tag.

Wenn du den Küstenweg laufen möchtest, bist du im Hochsommer natürlich in Konkurrenz zu Badetouristen, was einen Mangel an günstigen Pensionszimmern nach sich ziehen kann. Betten in Schlafsälen sind davon aber weniger betroffen.

Fazit

Meiner Ansicht nach ist die perfekte Reisezeit für den portugiesischen Jakobsweg  Juni und September.

Ich war – mit Ausnahme von November und Dezember – schon in jedem Monat mal auf dem Camino Portugues und hatte mal Glück und mal Pech mit dem Wetter.

Letztendlich ist es aber auch eine Typfrage. Wer keine Angst vor Regen hat, dafür aber Stille zu schätzen weiss, der ist mit Februar und November super bedient.

Wem es nicht heiss genug sein kann und wer sowieso früh wach ist und ein geselliger Typ, der kann auch wunderbar im August los.